Katarina Millowitsch: Die älteste Willy-Tochter, die das Rampenlicht gegen das Klassenzimmer tauschte

Katarina Millowitsch im Steckbrief
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Dr. Katarina Eisenlohr (geb. Millowitsch) |
| Geboren | 1947 in Köln (genaues Datum nicht öffentlich bekannt) |
| Beruf | Promovierte Pädagogin, Oberstudienrätin, Theaterleiterin und Regisseurin, früher Schauspielerin |
| Bekannt als | Älteste Tochter von Willy Millowitsch, Gründerin der Freien Kammerspiele Köln (1996) |
| Vater | Willy Millowitsch (1909–1999), Kölner Volksschauspieler |
| Mutter | Gerda Millowitsch (geb. Feldhoff) |
| Geschwister | Peter Millowitsch, Susanne Millowitsch, Mariele Millowitsch |
| Ehemann | Christian Eisenlohr |
| Kinder | Zwei Söhne (Peter und Philipp Eisenlohr) |
| Social Media | Keine öffentlichen Profile |

Der Name Millowitsch steht in Deutschland wie kaum ein zweiter für kölschen Humor, ausverkaufte Theatersäle und Fernsehabende vor Millionenpublikum. Doch während ihr Bruder Peter das Familientheater weiterführte und ihre Schwester Mariele zur gefragten TV-Schauspielerin wurde, schlug die Älteste der vier Geschwister einen völlig anderen Weg ein: Katarina Millowitsch stand als Teenager auf der Bühne ihres Vaters, wurde dann promovierte Pädagogin und Oberstudienrätin – und gründete Jahre später ihr eigenes, anspruchsvolles Theater. Ihr Leben beweist, dass man ein großes Erbe auch leise und auf ganz eigene Art weitertragen kann.
Wer ist Katarina Millowitsch?
Katarina Millowitsch kam 1947 in Köln zur Welt – als erstes Kind von Willy Millowitsch und seiner Ehefrau Gerda, die im September 1946 geheiratet hatten. Nach ihr folgten Peter (geboren 1949), Susanne (geboren 1953) und Marie-Luise, die heute als Mariele Millowitsch bekannte Schauspielerin (geboren 1955). Damit ist Katarina die älteste Tochter des Mannes, der als bekanntester Volksschauspieler Kölns Theatergeschichte schrieb.
Öffentlich tritt sie heute unter dem Namen Dr. Katarina Eisenlohr auf, den sie durch ihre Heirat annahm; in Theater- und Familienzusammenhängen ist auch die Form Eisenlohr-Millowitsch gebräuchlich. Anders als ihre jüngeren Geschwister baute sie sich keine Karriere vor der Fernsehkamera auf. Stattdessen wurde die Universität ihr zweites Zuhause – und der Schuldienst ihr Beruf. Überregionale Bekanntheit erlangte sie nie, und genau das scheint so gewollt: Katarina Millowitsch gilt als die Privateste einer Familie, die jahrzehntelang im Rampenlicht stand.
Dabei reicht die Bühnentradition, in die sie hineingeboren wurde, weit über ihren Vater hinaus: Großvater Peter Wilhelm Millowitsch war Schauspieler und Theaterleiter, Großtante Cordy Millowitsch eine bekannte Schauspielerin und Sängerin. Wer in dieser Familie aufwuchs, lernte das Theater nicht als fremde Welt kennen, sondern als Alltag – mit Probenplänen, Premierefieber und dem Applaus als vertrautem Geräusch aus dem Nebenzimmer.
Kindheit in der Schauspielerdynastie
Bei den Millowitschs war das Theater kein Beruf, sondern eine Lebensform. Schon Katarinas Großvater Peter Wilhelm Millowitsch war Schauspieler, ihre Großmutter Käthe Plank kam als Varieté-Künstlerin von der Wiener Bühne. Die Familie bespielte seit 1936 das Theater an der Aachener Straße in Köln. Als der Spielbetrieb nach dem Krieg auf Wunsch von Oberbürgermeister Konrad Adenauer bereits im Oktober 1945 wieder aufgenommen wurde und bis 1949 täglich Vorstellungen liefen, war das Haus längst das Wohnzimmer der Kölner.
In dieser Welt wuchs Katarina auf. Wie selbstverständlich standen die Kinder der Familie früh auf der Bühne – überliefert ist, dass auch Mariele schon als Kind gemeinsam mit ihren älteren Schwestern Susanne und Katarina im Millowitsch-Theater spielte. Das Haus schrieb damals Fernsehgeschichte: 1953 kam aus der Aachener Straße die erste Live-Übertragung aus einem deutschen Theater, und die regelmäßigen Sendungen machten die Familie in der ganzen Bundesrepublik bekannt.
Für die junge Katarina folgte der Schritt vor ein Millionenpublikum als Teenagerin: 1964 spielte sie in der Fernsehübertragung des Schwanks „Zwangseinquartierung“ die Helene Ellermann, 1965 war sie in „Zwei Dickköpfe“ als Lotte Knopf zu sehen. Ihr Vater führte bei beiden Produktionen Regie und stand selbst in der Hauptrolle auf der Bühne. Der Weg schien vorgezeichnet – doch Katarina Millowitsch entschied sich anders.
Dass sie es mit der Bühne durchaus ernst meinte, zeigt der Zeitpunkt dieser Auftritte: Die Übertragungen aus der Aachener Straße gehörten in den 1960er-Jahren zu den festen Ritualen des jungen deutschen Fernsehens, ganze Familien versammelten sich zu den Schwänken vor den Bildschirmen. Wer dort als junge Darstellerin neben Willy Millowitsch bestand, dem standen im Ensemble eigentlich alle Türen offen. Umso bemerkenswerter ist, dass die Eltern trotz des Theateralltags Wert auf eine fundierte Schulbildung ihrer Kinder legten – ein Fundament, auf dem Katarina später ihren ganz eigenen Weg bauen sollte.
Von der Bühne ins Klassenzimmer
Statt die sichere Karriere als Volksschauspielerin im väterlichen Ensemble anzutreten, setzte die älteste Millowitsch-Tochter auf Bildung. Sie studierte, promovierte zur Dr. phil. und trat in den Schuldienst ein, wo sie viele Jahre als Oberstudienrätin an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen unterrichtete. Dass ausgerechnet die Tochter des berühmtesten Kölner Spaßmachers Generationen von Schülerinnen und Schülern durch den Unterricht begleitete, gehört zu den schönsten Wendungen dieser Familiengeschichte.
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite das laute, pointensichere Volkstheater des Vaters, auf der anderen das stille Klassenzimmer, in dem Disziplin, Literatur und Wissensvermittlung zählten. Belegt ist ihr Berufsweg auch unabhängig von Familienüberlieferungen – Theaterchroniken führen Katharina, so die Schreibweise dort, ausdrücklich als Oberstudienrätin. Das Theater ihrer Kindheit tauschte sie gegen einen Beruf, in dem nicht der Applaus des Abends zählt, sondern die Arbeit über Jahre.
Man kann diese Entscheidung als leise Emanzipation lesen: Als älteste Tochter hätte sie im Familienbetrieb eine gesicherte, wenn auch eng umrissene Rolle gehabt – die der Willy-Tochter auf der Schwankbühne. Stattdessen erarbeitete sie sich mit Promotion und Staatsexamen einen Rang, der allein auf eigener Leistung beruhte. Der Doktortitel, den sie bis heute führt, ist dafür das sichtbarste Zeichen: Er steht nicht für Herkunft, sondern für ein zweites, selbst gewähltes Lebensthema – die Bildung junger Menschen.
Die Freien Kammerspiele Köln
Ganz losgelassen hat die Bühne sie dennoch nie. In den 1980er-Jahren kehrte sie für ausgewählte Produktionen ans Millowitsch-Theater zurück, darunter 1984 in „Das Glücksmädel“, 1988 in „Die schwebende Jungfrau“ und 1990 in „Tante Jutta aus Kalkutta“. Auch abseits der Familienbühne übernahm sie Verantwortung: Für kurze Zeit führte Katarina Eisenlohr-Millowitsch das Urania Theater in Köln-Ehrenfeld weiter, an dem auch ihre Schwester Mariele spielte. Das Urania war 1985 als erstes Kölner Stadtteiltheater eröffnet worden und galt als Bühne mit literarischem Anspruch – ein Umfeld, das weit eher zu ihrer Theaterauffassung passte als der reine Unterhaltungsbetrieb.
Ihr eigenes künstlerisches Ausrufezeichen setzte sie schließlich 1996: In diesem Jahr gründete Katarina Millowitsch in Köln die Freien Kammerspiele. Wo das Haus ihres Vaters für Schwank, Verwechslungskomik und deftige Pointen stand, setzte sie als Leiterin und Regisseurin auf die ernste Weltliteratur – auf Stücke von Goethe, auf die Dramen Anton Tschechows und auf Texte des Dadaisten Kurt Schwitters. Es war ein bewusster Gegenentwurf zum Familientheater: kleines Ensemble, große Stoffe, intellektueller Anspruch statt Schenkelklopfer.
Damit hatte die Pädagogin die beiden Linien ihres Lebens zusammengeführt: die Bildung des Klassenzimmers und die Bühne ihrer Kindheit. Die Freien Kammerspiele machten sie zu einer eigenständigen Figur der Kölner Theaterszene – nicht als „Tochter von“, sondern als Gründerin mit eigenem Programm.
Privatleben abseits des Rampenlichts
Verheiratet ist Katarina Millowitsch mit Christian Eisenlohr, dessen Namen sie annahm. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, Peter und Philipp Eisenlohr; inzwischen ist sie Großmutter von vier Enkelkindern. Ihr Familienleben hielt sie stets konsequent aus der Öffentlichkeit heraus: Es gibt keine Interviews über Privates, keine Homestorys – und bis heute keine öffentlichen Profile in den sozialen Medien.
Wie eng die Familie trotz aller unterschiedlichen Wege zusammenhält, zeigte sich am 25. März 2018. An diesem Tag fiel nach acht Jahrzehnten der letzte Vorhang im Millowitsch-Theater an der Aachener Straße, das ihr Bruder Peter seit 1998 geleitet hatte. Katarina war gemeinsam mit ihren Schwestern Susanne und Mariele im Saal, als eine Ära der Kölner Kulturgeschichte zu Ende ging. Heute lebt sie zurückgezogen in ihrer Heimatstadt Köln – als Frau, die das Erbe ihres Vaters auf ihre Weise bewahrt hat: mit Bildung, mit Anspruch und mit einem Theater, das sie selbst geschaffen hat. Noch mehr Porträts großer deutscher Künstlerfamilien lesen Sie bei TagZen.
Häufige Fragen zu Katarina Millowitsch
Ist Katarina Millowitsch die Tochter von Willy Millowitsch?
Ja. Sie ist das älteste der vier Kinder des Kölner Volksschauspielers Willy Millowitsch und seiner Frau Gerda (geb. Feldhoff). Ihre Geschwister sind Peter, Susanne und Mariele Millowitsch.
Welchen Beruf übte Katarina Millowitsch aus?
Sie schlug einen akademischen Weg ein: Nach Studium und Promotion (Dr. phil.) arbeitete sie viele Jahre als Pädagogin und Oberstudienrätin im Schuldienst. Daneben blieb sie als Schauspielerin, Regisseurin und Theaterleiterin der Bühne verbunden.
Warum trägt sie den Namen Eisenlohr?
Nach ihrer Heirat mit Christian Eisenlohr nahm sie dessen Nachnamen an und tritt als Dr. Katarina Eisenlohr auf. In Theater- und Familienkontexten wird sie auch Katarina Eisenlohr-Millowitsch genannt, in Anlehnung an ihre Herkunft.
Hat Katarina Millowitsch ein eigenes Theater gegründet?
Ja, 1996 gründete sie in Köln die Freien Kammerspiele, die sie als Leiterin und Regisseurin prägte – mit klassischem und experimentellem Repertoire von Goethe bis Schwitters. Zuvor hatte sie bereits für kurze Zeit das Urania Theater in Köln-Ehrenfeld weitergeführt.
Wie viele Kinder hat Katarina Millowitsch?
Mit ihrem Ehemann Christian Eisenlohr hat sie zwei Söhne, Peter und Philipp Eisenlohr. Die Familie lebt bewusst privat, öffentliche Auftritte der Söhne sind nicht bekannt.



