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Esther Sedlaczek: Die Sportmoderatorin, die ganz Deutschland verzaubert

Esther Sedlaczek im Steckbrief

MerkmalDetails
NameEsther Sedlaczek
Geboren24. November 1985 in Ost-Berlin
BerufFernsehmoderatorin (Sport und Unterhaltung)
Bekannt durchARD-Sportschau (seit 2021), Sky Sport (2011–2021)
VaterSchauspieler Sven Martinek
FamilieVerheiratet seit 2019, drei Kinder
LieblingsvereinHertha BSC (Sympathisantin)

Wenn am Samstagabend die ARD-Sportschau läuft und die Bundesliga-Highlights über den Bildschirm flimmern, ist seit 2021 ein Gesicht nicht mehr wegzudenken: Esther Sedlaczek. Als erst vierte Frau überhaupt moderiert sie die traditionsreichste Fußballsendung Deutschlands – und das mit einer Mischung aus Fachkompetenz, Natürlichkeit und Charme, die sie zu einer der beliebtesten Moderatorinnen des Landes gemacht hat. Doch ihr Weg an die Spitze war alles andere als vorgezeichnet: Aufgewachsen ohne Vater, erst mit 16 Jahren lernte sie den bekannten Schauspieler Sven Martinek kennen. Wie aus der Mode-interessierten Berlinerin eine der profiliertesten Sportjournalistinnen Deutschlands wurde – hier ist die ganze Geschichte.

Kindheit in Ost-Berlin: Aufgewachsen ohne Vater

Esther Sedlaczek wurde am 24. November 1985 in Ost-Berlin geboren – vier Jahre vor dem Mauerfall. Sie wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und trug deren Nachnamen Sedlaczek. Was viele Zuschauer bis heute überrascht: Ihr Vater ist der bekannte Schauspieler Sven Martinek, der unter anderem seit 2012 den Kommissar Kiesewetter in der ARD-Krimireihe „Morden im Norden“ spielt.

Doch Vater und Tochter lernten sich erst spät kennen. Esther war 16 Jahre alt, als sie den ersten Kontakt herstellte – und zwar auf ungewöhnliche Weise: Anfang der 2000er-Jahre schrieb sie ihm einen Brief, dem sie ihre Telefonnummer beilegte. Daraufhin rief er sie an. „Das war ein total surrealer Moment“, erinnerte sie sich später im Sky-Format „Meine Geschichte“. Martinek habe gewusst, dass die Situation seine Tochter überfordern könnte, und die Kontaktaufnahme deshalb „ein Stück weit mir überlassen“. Heute verbindet die beiden eine „ganz, ganz tolle Freundschaft“ – und Martinek ist als Großvater für Esthers Kinder präsent.

Von der Mode zum Sport: Ein ungewöhnlicher Bildungsweg

Dass Esther Sedlaczeks Domäne einmal der Sport sein würde, war keineswegs absehbar. Nach dem Abitur 2005 an der Anna-Freud-Oberschule verbrachte sie zunächst ein Jahr in Sri Lanka, wo sie Kindern Englisch-Unterricht gab. Nach einem Praktikum bei der Zeitschrift Superillu studierte sie von 2007 bis 2009 Modejournalismus und Medienkommunikation an der AMD Akademie Mode & Design in Berlin – unter anderem mit einem Praktikum bei RTL.

Doch die Mode war nur eine Station: Ab 2009 studierte sie Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Fernuniversität in Hagen und ließ sich parallel vom Berliner Z.I.V. Institut zur Moderatorin ausbilden. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie als Reporterin bei kleineren Sendern in Berlin und Brandenburg.

Der Durchbruch: Casting-Sieg gegen 2.700 Bewerber

2010 wagte Esther Sedlaczek den Sprung ins kalte Wasser: Sie bewarb sich bei einem großen Casting von Sky Sport – und setzte sich gegen sage und schreibe 2.700 Bewerberinnen und Bewerber durch. Was folgte, war ein kometenhafter Aufstieg im deutschen Sportfernsehen.

Ab 2011 berichtete sie als Feldreporterin über die Bundesliga, die 2. Bundesliga und den DFB-Pokal, ab 2012 moderierte sie die 2. Bundesliga. Gemeinsam mit Ulli Potofski präsentierte sie von 2011 bis 2014 die Bundesliga-Spieltagsvorschau „Mein Stadion“. Daneben war sie Gastgeberin der UEFA Champions League und der UEFA Europa League, moderierte die Deutsche Beachvolleyball-Meisterschaft (seit 2013) und die Ladies German Open im Golfsport (2011).

Ein denkwürdiger Moment ihrer Sky-Zeit: Am 11. April 2017 arbeitete sie als Reporterin im Signal Iduna Park vor dem Champions-League-Viertelfinale zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco – das nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verschoben werden musste. Sedlaczek berichtete live aus einer Ausnahmesituation und bewies dabei journalistische Souveränität unter extremem Druck.

Der Wechsel zur ARD: Geschichte schreiben in der Sportschau

2021 folgte der nächste Karriereschritt: Esther Sedlaczek wechselte zur ARD und wurde neue Moderatorin der Bundesliga in der Sportschau im Ersten – als vierte Frau überhaupt in dieser Position.

Seitdem präsentiert sie nicht nur die Samstagabend-Highlights, sondern auch Länderspiele der Nationalmannschaft. Bei Großereignissen ist sie regelmäßig im Einsatz: Fußball-Weltmeisterschaft 2022, Olympische Spiele, die Auslosung der Europameisterschaft 2024 – und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 war sie für die ARD vor Ort.

Mehr als Sport: Quizshows, Dokumentarfilm und Gala-Moderation

2022 übernahm sie zusätzlich die Moderation der ARD-Quizsendung „Quizduell-Olymp“. Sie präsentiert Unterhaltungsshows wie „Die große Maus-Show“ und „Frag doch mal die Maus“, führte durch die Verleihung des Blauen Panthers und moderierte die „Goldene Henne“.

Besonders bemerkenswert: Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin arbeitet sie auch als Filmemacherin. In der Dokumentation „Total Control – Im Bann der Seelenfänger“ setzt sie sich kritisch mit religiösem Fanatismus auseinander.

Privatleben: Familie, Hertha und ein Idol namens Zidane

Privat hält Esther Sedlaczek ihr Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus – doch einige Details sind bekannt: 2019 heiratete sie einen Münchener Unternehmer, im selben Jahr wurde ihre Tochter geboren, 2021 folgte ihr Sohn. Medien berichteten zudem über ein drittes Kind im Jahr 2025.

Schon in ihrer Jugend entwickelte sie durch Stadionbesuche eine Leidenschaft für den Sport. „Hertha BSC war mein Lieblingsverein“, erzählte sie 2018 der Bild – wobei sie sich selbst eher als „Hertha-Sympathisantin“ bezeichnet. Ihr wahres Idol fand sie bei der WM 2006: die französische Legende Zinedine Zidane. Beim Champions-League-Finale 2015 durfte sie ihn schließlich interviewen.

Bedeutung für Frauen im Sportjournalismus

Als erst vierte Frau in der Geschichte der Sportschau, die die Bundesliga-Highlights präsentiert, steht Esther Sedlaczek für einen Wandel in einer Branche, die jahrzehntelang fast ausschließlich von Männern geprägt war. Sie beweist, dass man sich in dieser Branche über Können durchsetzt – ein Vorbild für viele junge Frauen.

Esther Sedlaczek heute

Heute, mit 40 Jahren, steht Esther Sedlaczek auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere. Die Sportschau am Samstagabend bleibt ihr Stammformat; hinzu kommen Länderspiele, Turnierberichterstattung und die großen Unterhaltungsshows der ARD.

Fazit: Eine Moderatorin, die Maßstäbe setzt

Esther Sedlaczek hat in gut einem Jahrzehnt geschafft, wovon viele träumen: Vom Casting-Sieg bei Sky über die Champions League bis zur Sportschau – sie gehört heute zur ersten Garde des deutschen Sportjournalismus.

Mehr über deutsche Sportmoderation und TV-Gesichter. Die Biografie im Detail auf Wikipedia.

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