Trotz 190 Filmen starb Albert Florath verarmt
Trotz 190 Filmen starb Albert Florath verarmt
Mehr als 190 Filme in fast vier Jahrzehnten – vom Stummfilm über den NS-Propagandafilm bis zum Heimatfilm der fünfziger Jahre. Und doch starb Albert Florath im März 1957 völlig verarmt in der Kleinstadt Gaildorf. Kaum ein deutscher Charakterdarsteller verkörpert Aufstieg und Fall so drastisch wie er.
| Vollständiger Name | Albert Peter Adam Florath |
| Geboren | 7. Dezember 1888 in Bielefeld |
| Gestorben | 11. März 1957 in Gaildorf (68 Jahre) |
| Eltern | Joseph Florath (Schlosser), Mathilde geb. Burkart |
| Beruf | Bühnen- und Filmschauspieler |
| Filme | über 190 (1918–1957) |
| Auszeichnung | Staatsschauspieler (1938) |
Schlosser-Sohn wird Hof-Schauspieler
Albert Florath wurde als Sohn eines Schlossers geboren – nichts deutete zunächst auf eine große Filmkarriere hin. Nach der Schule in Brakel und dem Realgymnasium in Paderborn debütierte er 1908 als Bühnendarsteller am Münchner Hof-Theater. Zwölf Jahre später holte ihn Berlin: Von 1920 bis 1944 gehörte er zum Ensemble des Staatstheaters und führte dort sogar Regie. 1938 ernannte man ihn zum Staatsschauspieler.
Der kauzige Typ des Tonfilms
Sein Filmdebüt gab Florath bereits 1918, doch erst der Tonfilm machte ihn zum gefragten Charakterdarsteller. Kauzige, bisweilen schrullige, aber herzliche Typen wurden sein Markenzeichen. Er spielte in Literaturverfilmungen wie Döblins Berlin Alexanderplatz (1931), Hauptmanns Biberpelz und Ibsens Nora, im Drama Friedrich Schiller – Triumph eines Genies an der Seite von Horst Caspar sowie in der Komödie Die Feuerzangenbowle.
Schattenjahre im Propagandafilm
Wie viele seiner Kollegen war Florath auch in Propagandafilmen des NS-Regimes zu sehen: Ich klage an (1941), Junge Adler (1944) und Jud Süß (1940). 1944 stand er auf der Gottbegnadeten-Liste des Propagandaministeriums – dem Verzeichnis der für den NS-Staat als „unersetzlich“ geltenden Künstler.
Neuanfang nach dem Krieg
Nach 1945 kehrte Florath zu anspruchsvollen Rollen zurück: in Liebe 47 nach Wolfgang Borcherts Drama Draußen vor der Tür sowie an der Seite von Curt Goetz in Frauenarzt Dr. Prätorius (1950) und Das Haus in Montevideo (1951). Daneben drehte er Heimatfilme wie Moselfahrt aus Liebeskummer und Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1953) – den allerersten Kinofilm mit Romy Schneider. Weitere Porträts deutscher Schauspieler gibt es bei Thomas Loibl und David Schütter.
Völlig verarmt gestorben
Seine letzte Bühnenstation war Stuttgart. Seit 1938 lebte Florath in Schlechtbach bei Gschwend. Trotz mehr als 190 Filmen starb er am 11. März 1957 mit 68 Jahren völlig verarmt in Gaildorf – ein bitteres Ende für einen der meistbeschäftigten deutschen Filmschauspieler seiner Zeit. Auch der Ohnsorg-Star Walter Scherau gehörte zu jener Generation von Bühnen- und Filmschauspielern.
Häufige Fragen zu Albert Florath
Wann ist Albert Florath gestorben?
Am 11. März 1957 in Gaildorf – im Alter von 68 Jahren, völlig verarmt.
In wie vielen Filmen spielte Albert Florath mit?
In über 190 Filmen zwischen 1918 und 1957, dazu kamen zahlreiche Bühnenrollen.
War Albert Florath in Propagandafilmen zu sehen?
Ja – unter anderem in Jud Süß (1940), Ich klage an (1941) und Junge Adler (1944). 1944 stand er auf der Gottbegnadeten-Liste.
Wo ist Albert Florath geboren?
In Bielefeld, am 7. Dezember 1888, als Sohn eines Schlossers.
Quellen: Wikipedia, filmportal


