Noch mit 90 spielte Erna Raupach-Petersen Theater

Mit 44 Jahren stand sie zum ersten Mal auf einer großen Bühne, mit 90 zum letzten Mal – Erna Raupach-Petersen gehörte 46 Jahre lang zum Ensemble des Hamburger Ohnsorg-Theaters und wurde in über 120 Rollen zu einer festen Größe der Hamburger Theaterlandschaft.
Ein spätes Debüt im Jahr 1948
1948 debütierte die im Zweiten Weltkrieg verwitwete Erna Raupach-Petersen als Bühnendarstellerin in Adolf Woderichs plattdeutscher Komödie „Minsch achtern Mond“ am renommierten Ohnsorg-Theater in Hamburg. In den nächsten 46 Jahren gehörte sie zum Ensemble der niederdeutschen Bühne und wurde zu einer festen Größe in der Hamburger Theaterlandschaft. Sie verkörperte in über 120 Rollen eine große Bandbreite von Charakteren in Komödien und Tragödien gleichermaßen.
Bundesweit bekannt durch das Fernsehen
Durch die seit 1954 regelmäßig erfolgenden Fernsehausstrahlungen der Ohnsorg-Stücke in der ARD wurde Erna Raupach-Petersen auch einem bundesweiten Publikum bekannt, so etwa in der äußerst erfolgreichen Inszenierung „Tratsch im Treppenhaus“ neben Heidi Kabel, Edgar Bessen und Henry Vahl. Daneben spielte sie in Fernsehproduktionen des NDR wie „Hafenpolizei“, „Polizeifunk ruft“ und „Hamburg Transit“. Zu ihren Fernsehrollen gehörten unter anderem „Der Bürgermeisterstuhl“ (1962), „Die Kartenlegerin“ (1964 und 1968), „Die Königin von Honolulu“ (1966), „Der Winkeladvokat“ (1967), „Die lieben Verwandten“ (1968), „Landleben“ (1969), „Liebe Verwandtschaft“ (1975), „Willems Vermächtnis“ (1978), „Und oben wohnen Engels“ (1978) und „Die spanische Fliege“ (1990).
46 Jahre, 120 Rollen, ein Abschied mit 90
1994 nahm Erna Raupach-Petersen kurz nach ihrem 90. Geburtstag Abschied von der Bühne. Ihren letzten Auftritt hatte sie – wie bei ihrem Debüt 46 Jahre zuvor – in einer Komödie von Adolf Woderich: „Der Bürgermeisterstuhl“. Es gibt nur wenige Schauspielerinnen in Deutschland, die eine solche Spanne vorweisen können: vom ersten Auftritt als Kriegswitwe mit 44 Jahren bis zum Abschied als 90-jährige Bühnenlegende, und das alles an einem einzigen Theater.
Ein Leben, das erst spät begann
Die Geschichte von Erna Raupach-Petersen ist eine Ermutigung für alle, die glauben, es sei zu spät: Sie verlor ihren Mann im Krieg, begann mit 44 Jahren noch einmal ganz von vorn – und wurde zu einer der bekanntesten Volksschauspielerinnen Norddeutschlands. 46 Jahre, über 120 Rollen, Komödien und Tragödien, und am Ende ein Abschied genau dort, wo alles begonnen hatte: auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters, in einem Stück von Adolf Woderich.
Steckbrief: Erna Raupach-Petersen
| Detail | Info |
|---|---|
| Name | Erna Raupach-Petersen (geb. Erna Petersen) |
| Geboren | 11. November 1904, Flensburg |
| Gestorben | 21. November 1997, Flensburg |
| Bekannt als | Volksschauspielerin, Ohnsorg-Urgestein |
| Theater | Ohnsorg-Theater (1948–1994) |
| TV/Filme | Tratsch im Treppenhaus, Die Kartenlegerin, Hamburg Transit |
| Familie | Im Zweiten Weltkrieg verwitwet |
| Besonderheit | Über 120 Rollen, Bühnenabschied mit 90 |
Häufige Fragen zu Erna Raupach-Petersen
Wann debütierte Erna Raupach-Petersen?
1948 debütierte sie als Bühnendarstellerin in Adolf Woderichs plattdeutscher Komödie „Minsch achtern Mond“ am Ohnsorg-Theater in Hamburg.
Wie viele Rollen spielte Erna Raupach-Petersen?
In ihren 46 Jahren am Ohnsorg-Theater verkörperte sie in über 120 Rollen eine große Bandbreite von Charakteren in Komödien und Tragödien.
Wodurch wurde Erna Raupach-Petersen bundesweit bekannt?
Durch die seit 1954 regelmäßig erfolgenden Fernsehausstrahlungen der Ohnsorg-Stücke in der ARD, etwa in der äußerst erfolgreichen Inszenierung „Tratsch im Treppenhaus“ neben Heidi Kabel, Edgar Bessen und Henry Vahl.
Wann verabschiedete sich Erna Raupach-Petersen von der Bühne?
1994, kurz nach ihrem 90. Geburtstag. Ihren letzten Auftritt hatte sie in der Komödie „Der Bürgermeisterstuhl“ von Adolf Woderich.
Fazit
Erna Raupach-Petersen bewies, dass ein Künstlerleben auch mit 44 Jahren noch beginnen kann – und dass es 46 Jahre dauern darf. Vom Debüt als Kriegswitwe bis zum Abschied mit 90 blieb sie dem Ohnsorg-Theater treu und wurde zu einer der großen Volksschauspielerinnen Hamburgs.

