Mit 43 Jahren wurde Werner Riepel Hamburgs Star

Erst mit 43 Jahren fand er seine wahre Bühne – doch dann wurde Werner Riepel zum Liebling eines ganzen Landes. Der Hamburger Schauspieler und Bass-Sänger gehörte jahrzehntelang zum Ensemble des Ohnsorg-Theaters und war durch die Fernsehaufzeichnungen des NDR in fast jedem deutschen Wohnzimmer bekannt.
Vom Bass-Buffo zum Volksschauspieler
Nach seiner Schulausbildung nahm Werner Riepel Schauspielunterricht bei Helmuth Gmelin und absolvierte danach eine Gesangsausbildung. Viele Jahre hatte er in Hamburg und Bonn Engagements als Bass-Buffo. Ab 1958 war er unter anderem am Staatstheater Darmstadt unter Vertrag. Im Jahre 1965 holte ihn Hans Mahler an das Ohnsorg-Theater nach Hamburg. Das Theater wurde fortan seine berufliche Heimstätte.
Der späte Durchbruch im Fernsehen
Durch die regelmäßigen Fernsehaufzeichnungen des NDR wurde Werner Riepel schnell beim deutschen Fernsehpublikum bekannt und avancierte zu einem vielgeliebten Volksschauspieler. In den ersten Jahren trat er zumeist in größeren Nebenrollen auf. Nach dem Tode von Otto Lüthje übernahm er dessen Rollenfach. So sah man ihn jetzt meist in der männlichen Hauptrolle, oft als Partner von Heidi Kabel. Auch als Sänger trat er ab und zu in Erscheinung, wie 1966 in „Die Königin von Honolulu“.
Filme, Synchronisation und Hörspiele
Seit Ende der 1940er Jahre sah man Werner Riepel in kleineren Film- und Fernsehrollen, darunter in „Falschmünzer am Werk“ (1951) mit Paul Klinger, „Des Teufels General“ (1955) mit Curd Jürgens und „Die letzte Nacht der Titanic“ (1955) mit Heinz Drache. Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Harry Lewis im US-amerikanischen Spielfilm „Gefährliche Leidenschaft“ seine Stimme. Auch in der Western-Serie „Bonanza“ war er in verschiedenen Synchronrollen zu hören. In mehreren Hörspielen, vor allem unter Regisseur Fritz Schröder-Jahn, trat er in größeren und kleineren Nebenrollen auf, wie in „Die Feuerinsel oder Die Heimkehr des Kapitäns Tizoni“ (1954) mit Erwin Linder oder in „Vater und Lehrer“ (1968) mit Walter Richter.
Ein Leben für die Bühne
Die Geschichte von Werner Riepel ist die Geschichte eines späten Ruhms. Während andere Schauspieler schon jung berühmt werden, brauchte er Jahrzehnte auf Provinz- und Staatsbühnen, bis er mit 43 Jahren in Hamburg ankam. Dort aber blieb er – und das Publikum dankte es ihm mit einer Treue, die bis heute anhält: Die alten Ohnsorg-Aufzeichnungen mit ihm laufen noch immer, und seine Grabstätte im Urnenkreis auf dem Hauptfriedhof Altona erinnert an einen Mann, der Hamburg mit tiefer Stimme zum Lachen brachte.
Steckbrief: Werner Riepel
| Name | Werner Riepel |
| Geboren | 18. Mai 1922, Hamburg |
| Gestorben | 18. August 2012, Hamburg |
| Bekannt als | Volksschauspieler, Bass-Sänger |
| Theater | Ohnsorg-Theater (ab 1965), zuvor Staatstheater Darmstadt |
| TV/Filme | Des Teufels General, Die letzte Nacht der Titanic, Ohnsorg-TV-Aufzeichnungen |
| Familie | Nicht öffentlich dokumentiert |
| Besonderheit | Bass-Buffo, Synchronsprecher (u. a. Bonanza) |
Häufige Fragen zu Werner Riepel
Wer war Werner Riepel?
Werner Riepel war ein deutscher Schauspieler, Bass-Sänger, Hörspiel- und Synchronsprecher, der vor allem durch das Hamburger Ohnsorg-Theater bekannt wurde.
Wann kam Werner Riepel ans Ohnsorg-Theater?
Im Jahre 1965 holte ihn Hans Mahler an das Ohnsorg-Theater nach Hamburg. Das Haus wurde fortan seine berufliche Heimstätte.
In welchen Filmen spielte Werner Riepel?
Unter anderem in „Falschmünzer am Werk“ (1951), „Des Teufels General“ (1955) und „Die letzte Nacht der Titanic“ (1955).
War Werner Riepel auch Sänger?
Ja. Er war ausgebildeter Bass-Buffo und trat auch als Sänger in Erscheinung, etwa 1966 in „Die Königin von Honolulu“.
Fazit
Werner Riepel bewies, dass ein Star auch mit 43 Jahren noch geboren werden kann. Vom Bass-Buffo über Darmstadt bis ins Hamburger Ohnsorg-Theater – und von dort in die Wohnzimmer der ganzen Republik. Seine Stimme, ob gesungen oder gesprochen, bleibt ein Stück deutscher Fernsehgeschichte.



