Marina Krogull: Die Stimme hinter Miranda – Biografie der Synchronsprecherin

Man kennt ihre Stimme, ohne ihr Gesicht zu kennen: Wenn Miranda Hobbes in „Sex and the City“ sarkastisch kontert oder Carol Lambert in „Eine starke Familie“ ihre Kinder zusammenhält, dann spricht im deutschen Fernsehen Marina Krogull. Mit rund 1080 dokumentierten Sprechrollen gehört sie zu den meistbeschäftigten Synchronsprecherinnen Deutschlands – und hat daneben eine bemerkenswerte Karriere als Schauspielerin vor der Kamera hinter sich, die in der DDR begann und mit einer spektakulären Flucht in den Westen eine dramatische Wendung nahm. Wer ist die Frau hinter einer der bekanntesten deutschen Synchronstimmen?
Steckbrief: Marina Krogull im Überblick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Marina Krogull |
| Geboren | 21. Oktober 1961 in Ost-Berlin |
| Alter | 64 Jahre (Stand: 2026) |
| Beruf | Schauspielerin, Synchron- und Hörspielsprecherin |
| Ausbildung | Ballettschule, Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin |
| Bekannt als | Deutsche Stimme von Miranda Hobbes (Sex and the City) |
| Sprechrollen | Rund 1080 (Deutsche Synchronkartei) |
| Ehemann | Udo Schenk (Schauspieler und Synchronsprecher) |
| Wohnort | Berlin |
Kindheit und Ausbildung: Vom Ballett zur Schauspielerei
Marina Krogull wurde am 21. Oktober 1961 in Ost-Berlin geboren. Schon mit vier Jahren begann sie eine Ballettausbildung, von 1968 bis 1976 besuchte sie die Staatliche Ballettschule Berlin. Doch statt einer Karriere als Tänzerin entschied sie sich für die Schauspielerei: Von 1977 bis 1979 studierte sie an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, anschließend war sie von 1979 bis 1985 Ensemblemitglied am Maxim-Gorki-Theater.
Bereits als Jugendliche stand sie vor der Filmkamera: Ihr Leinwanddebüt gab sie 1975 in dem DEFA-Film „Looping“ als junge Fabrikarbeiterin Katrin. Es folgten Rollen in „Anton der Zauberer“ (1978) und in den beliebten DEFA-Märchenfilmen – als Prinzessin in „Das tapfere Schneiderlein“ (1981) und in der Hauptrolle der Constanze in „Der Prinz hinter den sieben Meeren“ (1982).
Die Flucht aus der DDR
1985 nahm Marina Krogulls Leben eine dramatische Wendung: Während eines Gastauftritts ihres Ehemannes Udo Schenk in der Bundesrepublik kehrte das Paar nicht mehr in die DDR zurück. Die Flucht war ein Schritt ohne Wiederkehr – und bedeutete das abrupte Ende ihrer DDR-Karriere. Der 1986 erschienene DEFA-Film „Der Bärenhäuter“, in dem sie die Susanne spielte, wurde so zu ihrer letzten Rolle im Osten.
Im Westen musste sie sich künstlerisch neu beweisen. Das gelang: Schon 1987 erhielt sie in der Fernsehserie „Die Insel“ die Rolle der Inge Kühl (6 Folgen), 1992 und 1993 spielte sie die Terese Sommer in „Unser Lehrer Doktor Specht“. Gastrollen in „Liebling Kreuzberg“, „Praxis Bülowbogen“, „Edel & Starck“, „In aller Freundschaft“ und „Um Himmels Willen“ folgten. Von 2009 bis 2016 war sie in 22 Folgen von „Tierärztin Dr. Mertens“ als Frau Weber zu sehen. Auch im Tatort war sie zweimal zu sehen – 2007 in „Bevor es dunkel wird“ und 2012 in „Todesbilder“.
Die Synchronkarriere: Über 1000 Rollen
Parallel zur Arbeit vor der Kamera wurde Marina Krogull zu einer der gefragtesten Stimmen des deutschen Synchronwesens. Die Deutsche Synchronkartei listet rund 1080 Sprechrollen – eine Zahl, die sie in die absolute Spitze der Branche katapultiert. Mit ihrer markanten, wandlungsfähigen Stimme prägte sie einige der beliebtesten Serien der 90er- und 2000er-Jahre.
Ihre berühmteste Rolle ist zweifellos Miranda Hobbes: Von 2001 bis 2004 lieh sie Cynthia Nixon in „Sex and the City“ ihre Stimme, kehrte für den Kinofilm (2008) zurück und übernahm die Rolle erneut in der Fortsetzungsserie „And Just Like That …“ (2022). Zuvor hatte sie bereits Suzanne Somers als Carol Lambert in „Eine starke Familie“ (1994–1999) synchronisiert – damit steht sie hinter gleich zwei Ikonen der US-Serienlandschaft.
Zu ihren weiteren großen Kinorollen zählen Holly Hunter in „Das Piano“ (1993) und „Die Firma“ (1993), Amanda Plummer als Honey Bunny in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ (1994), Laura Linney als Sarah in „Tatsächlich … Liebe“ (2003) sowie Rosanna Arquette in „Keine halben Sachen“ (2000). Serienfans kennen sie zudem als deutsche Stimme von Sofia Milos alias Detective Yelina Salas in „CSI: Miami“ (2004–2010) und von Jayne Brook in „Chicago Hope“ (1995–2000). Auch im Kinderbereich war sie zu hören: als Molly Shannon in „Der Grinch“ (2000) und als Junghexe Arkadia in den „Bibi Blocksberg“-Hörspielen (Folgen 49 und 92).

Privatleben: An der Seite von Udo Schenk
Marina Krogull ist mit dem Schauspieler und Synchronsprecher Udo Schenk verheiratet – dem Mann, an dessen Seite sie 1985 die DDR verließ. Auch Schenk ist eine feste Größe der deutschen Synchronbranche. Das Paar lebt in Berlin und hält sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
FAQ – Häufige Fragen zu Marina Krogull
Wen synchronisiert Marina Krogull?
Ihre bekannteste Rolle ist Miranda Hobbes (Cynthia Nixon) in „Sex and the City“. Außerdem spricht sie u. a. Suzanne Somers (Carol Lambert in „Eine starke Familie“), Holly Hunter, Amanda Plummer, Laura Linney und Sofia Milos (CSI: Miami).
Wie alt ist Marina Krogull?
Sie wurde am 21. Oktober 1961 in Ost-Berlin geboren und ist 64 Jahre alt (Stand: 2026).
Wer ist der Ehemann von Marina Krogull?
Sie ist mit dem Schauspieler und Synchronsprecher Udo Schenk verheiratet. Gemeinsam floh das Paar 1985 aus der DDR.
In welchen Filmen hat Marina Krogull mitgespielt?
Zu ihren bekanntesten DEFA-Rollen zählen „Der Prinz hinter den sieben Meeren“ (1982, Hauptrolle) und „Das tapfere Schneiderlein“ (1981). Im Westen war sie u. a. in „Tierärztin Dr. Mertens“ und im „Tatort“ zu sehen.
Wie viele Sprechrollen hat Marina Krogull?
Die Deutsche Synchronkartei listet rund 1080 Sprechrollen – sie gehört damit zu den meistbeschäftigten Synchronsprecherinnen Deutschlands.
Fazit
Marina Krogull hat zwei Karrieren gemeistert: als Schauspielerin vor der Kamera – von DEFA-Märchenfilmen über die Flucht aus der DDR bis zu festen TV-Rollen im Westen – und als eine der prägendsten Stimmen des deutschen Synchrons. Wer „Sex and the City“ auf Deutsch gesehen hat, kennt sie, ohne es zu wissen. Mit über 1000 Sprechrollen hat sie sich einen Platz in der Geschichte des deutschen Fernsehens gesichert, der weit über das Rampenlicht hinausreicht.



