Den Namen seiner Mutter trug Hanno Thurau stolz

Sein Geburtsname war ein anderer, doch berühmt wurde er unter dem Namen seiner Mutter – Hanno Thurau, geboren als Hanno Melchert, gehörte über drei Jahrzehnte zum Ensemble des Hamburger Ohnsorg-Theaters und spielte nebenbei in „Tatort“ und auf den Karl-May-Spielen.
Von Bad Oldesloe ans Ohnsorg-Theater
Hanno Thurau besuchte in Bad Oldesloe die Grundschule. Nach der Mittleren Reife besuchte er das Hamburger Schauspiel-Studio Frese. Er sammelte erste Bühnenerfahrungen in Bad Oldesloe an der Oldesloe-Bühne, bevor er 1961 Ensemblemitglied am Hamburger Ohnsorg-Theater wurde. Er benutzte den Mädchennamen seiner Mutter als Künstlernamen. Hier spielte er in zahlreichen Rollen. Man sah ihn unter anderem 1966 in „Die Königin von Honolulu“ mit Otto Lüthje, Erna Raupach-Petersen, Jochen Schenck und Heidi Mahler, 1968 in „Die Kartenlegerin“ mit Heidi Kabel, Edgar Bessen, Otto Lüthje, Willy Millowitsch und Ernst Grabbe oder 1971 in „Der möblierte Herr“ mit Heidi Kabel, Jürgen Pooch, Helga Feddersen und Werner Riepel.
Nebenrollen in Film und Fernsehen
Darüber hinaus sah man Hanno Thurau gelegentlich in Nebenrollen in Film und Fernsehen, so in „Hafenkrankenhaus“ (1968), „Otto und die nackte Welle“ (1968), „Hamburg Transit“ (1973), „Sonderdezernat K1 – Der Stumme“ (1977), „St. Pauli-Landungsbrücken“ (1979), „Desperado City“ (1981) und „Großstadtrevier“ (1986 und 1991). Jürgen Roland engagierte ihn für zwei Nebenrollen im „Tatort“: „Tod eines Mädchens“ (1991) und „Stoevers Fall“ (1992). Auch spielte er 1992 bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg in „Old Surehand“ den Pitt Holbers. Sein letzter Film war „Wir können auch anders …“ unter der Regie von Detlev Buck (1993).
Ein Name von der Mutter, ein Leben für die Bühne
Dass ein Schauspieler den Mädchennamen seiner Mutter als Künstlernamen wählt, ist selten – und sagt viel über Hanno Thurau aus. Er war kein Mann der großen Gesten, sondern ein Ensemblespieler, der über 31 Jahre hinweg Abend für Abend auf der Bühne stand und nebenbei die Krimilandschaft der Republik bevölkerte. Vom Ohnsorg-Theater über den „Tatort“ bis zu den Karl-May-Spielen: Thurau blieb Hamburg treu, auch wenn die Kamera ihn nur in Nebenrollen zeigte. Er starb am 15. Oktober 1992 im Hamburger Eilbek-Krankenhaus an einer Hepatitiserkrankung – nur 53 Jahre alt.
Steckbrief: Hanno Thurau
| Detail | Info |
|---|---|
| Name | Hanno Thurau (geb. Hanno Melchert) |
| Geboren | 21. September 1939, Hamburg |
| Gestorben | 15. Oktober 1992, Hamburg |
| Bekannt als | Ohnsorg-Schauspieler, Tatort-Nebenrollen |
| Theater | Ohnsorg-Theater (ab 1961), Karl-May-Spiele Bad Segeberg |
| TV/Filme | Tatort, Großstadtrevier, Desperado City |
| Familie | Künstlername = Mädchenname der Mutter |
| Besonderheit | 31 Jahre Ohnsorg-Ensemble |
Häufige Fragen zu Hanno Thurau
Warum hieß Hanno Thurau eigentlich Thurau?
Er wurde als Hanno Melchert geboren und benutzte den Mädchennamen seiner Mutter als Künstlernamen. Unter diesem Namen wurde er bekannt.
Wann kam Hanno Thurau ans Ohnsorg-Theater?
1961 wurde er Ensemblemitglied am Hamburger Ohnsorg-Theater, nachdem er erste Bühnenerfahrungen an der Oldesloe-Bühne in Bad Oldesloe gesammelt hatte.
In welchen Krimis spielte Hanno Thurau?
Unter anderem in zwei „Tatort“-Folgen („Tod eines Mädchens“ 1991, „Stoevers Fall“ 1992), in „Sonderdezernat K1 – Der Stumme“ (1977) und in „Großstadtrevier“ (1986 und 1991).
Woran starb Hanno Thurau?
Er erlag am 15. Oktober 1992 im Hamburger Eilbek-Krankenhaus einer Hepatitiserkrankung. Er wurde nur 53 Jahre alt.
Fazit
Hanno Thurau war kein Star der ersten Reihe – und genau das macht seine Geschichte so sympathisch. 31 Jahre lang trug er das Ohnsorg-Theater mit, spielte nebenbei in Krimis und Western und blieb dabei immer der Hamburger Jung, der den Namen seiner Mutter auf die Bühne trug.

