Guido Maria Kretschmer: Der Shopping-Queen-Star, bei dem ganz Deutschland auf das Urteil wartet

Guido Maria Kretschmer: Der Shopping-Queen-Star, bei dem ganz Deutschland auf das Urteil wartet
Guido Maria Kretschmer im Steckbrief
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Name | Guido Hermann Maria Kretschmer |
| Geboren | 11. Mai 1965 in Münster (Alter: 61 Jahre) |
| Beruf | Modedesigner, Fernsehmoderator und Juror |
| Bekannt durch | Shopping Queen (VOX, seit 2012) |
| Labels | Guido Maria Kretschmer Corporate Fashion, Guido Maria Couture |
| Ehemann | Frank Mutters (verpartnert 2012, verheiratet seit 2018) |
| Kinder | Keine |
| Wohnort | Hamburg-Blankenese |
| Markenzeichen | Stil-Urteile mit Charme, Witz und untrüglichem Blick für Mode |
Ein Blick, ein Lächeln, ein liebevoll-vernichtendes Urteil: Guido Maria Kretschmer ist der Mann, auf dessen modisches Urteil ganz Deutschland wartet. Seit 2012 kommentiert er bei „Shopping Queen“ auf VOX die Outfits der Kandidatinnen – ehrlich, witzig und mit einem Gespür für Stil, das ihn zum beliebtesten Mode-Experten des Landes gemacht hat. Dabei begann sein Weg alles andere als glamourös: als Krankenpfleger in Münster und mit einem Verkaufsstand auf dem Hippiemarkt von Ibiza. Wie aus dem angehenden Mediziner ein Designer wurde, der Millionen Anzüge und Uniformen für Reise- und Flugkonzerne entwarf, warum Udo Lindenberg sein erster prominenter Kunde war und was ihn mit Frank Mutters verbindet – hier gibt es den ausführlichen Steckbrief.
Ob als Juror, Bestseller-Autor oder Magazin-Macher: Kretschmer ist längst weit mehr als ein TV-Gesicht. Er ist eine Marke – und vermutlich der einzige Designer Deutschlands, dessen Urteil am Freitagnachmittag ein Millionenpublikum in Atem hält.

Vom Krankenpfleger zum Modemacher: Die Anfänge in Münster und Ibiza
Guido Maria Kretschmer wurde am 11. Mai 1965 als Guido Hermann Maria Kretschmer in Münster geboren und wuchs im nahe gelegenen Einen mit drei Brüdern und einer Schwester auf. Als Schüler besuchte er ein katholisches Internat. Nach der Schule schlug er zunächst einen ganz anderen Weg ein: Er absolvierte eine Ausbildung zum Krankenpfleger im St. Franziskus-Hospital in Münster und begann anschließend ein Medizinstudium – das er jedoch nach zwei Semestern abbrach, um seinen Traum von einer Designerkarriere zu verfolgen.
Die entscheidende Wende kam fernab von Münster: Auf dem populären Hippiemarkt auf Ibiza verkaufte Kretschmer selbstgenähte Kleidungsstücke an einem eigenen Stand. Dort wurde der Musiker Udo Lindenberg auf den jungen Designer aufmerksam und orderte Brokatjacken für seine damalige Tournee – der erste prominente Kunde und ein Türöffner in die Branche. 1987 gewann Kretschmer seine erste große Ausschreibung und gründete sein eigenes Unternehmen. Der Krankenpfleger, der Medizin studieren wollte, war in der Mode angekommen.
Corporate Fashion: Millionen Anzüge, Uniformen und große Roben
1987 gründete Kretschmer das Unternehmen GMK by pepper mit Hauptsitz in Münster und Palma de Mallorca sowie das Label Guido Maria Kretschmer Corporate Fashion. Mit zunächst nur drei Mitarbeitern entwarf er Berufskleidung für Großunternehmen. Sein erster Großauftrag war die Kreation von Uniformen für die Crewmitglieder der Fluglinie Hapag-Lloyd. Es folgten Unternehmenskleidung unter anderem für die Deutsche Bahn, die Hotels Kempinski und Maritim, Montblanc und Emirates Airlines – und rund zweieinhalb Millionen Anzüge für den Touristikkonzern TUI. Kretschmer wurde zum heimlichen König der deutschen Corporate Fashion.
Doch er wollte mehr als Uniformen: Mit der Gründung des Labels Guido Maria Couture im Jahr 2004 legte er seinen kreativen Schwerpunkt auf exklusive Cocktail- und Abendkleider. Seine ersten Modenschauen in dieser Sparte zeigte er in Shanghai und Tokio, 2005 präsentierte er seine Kreationen erstmals auf der Berlin Fashion Week. Als Kostümbildner stattete er unter anderem die Deutsche Oper Berlin für „Der Barbier von Sevilla“ aus und arbeitete an Filmen wie „Hände weg von Mississippi“, „Meine schöne Bescherung“ und „Rubbeldiekatz“ – in den beiden letzteren übernahm er auch Gastrollen. Prominente wie Charlize Theron, Jane Seymour, Patricia Kaas, Iris Berben und Martina Gedeck tragen seine Entwürfe. Showrooms in Münster, Berlin und Palma de Mallorca sowie ein 2009 eröffnetes Ladengeschäft in München machten die Marke bundesweit sichtbar.
Kretschmers Erfolgsgeheimnis ist seine Doppelbegabung: Er beherrscht das große Geschäft mit Tausenden von Uniformen genauso wie die große Robe für den roten Teppich – und er vergaß nie die Kundinnen abseits der Laufsteg-Maße. Sein Leitsatz „Stil kennt keine Größe“ wurde zum Programm. 2013 ließ er die Besucher einer Online-Plattform sogar per Crowdsourcing über eine eigene Kollektion abstimmen, und seine Kooperationen – etwa „Guido Maria Kretschmer presented by OTTO“, 2019 als Markenkooperation des Jahres ausgezeichnet – brachten seine Entwürfe in Millionen Kleiderschränke. Design für alle, nicht nur für wenige: Diese Haltung machte ihn reif fürs Fernsehen.
Shopping Queen: Der TV-Durchbruch 2012
Der Schritt, der ihn zum Star machte, kam im Januar 2012: Seitdem präsentiert Kretschmer auf VOX die Styling-Doku „Shopping Queen“, seit April 2012 auch die Promiversion. Das Konzept ist einfach und genial zugleich: Kandidatinnen shoppen mit einem festen Budget zu einem vorgegebenen Motto, Kretschmer kommentiert ihre Einkäufe – und am Ende wartet alles auf sein Urteil, wer die Shopping Queen der Woche wird. Seine Mischung aus schonungsloser Ehrlichkeit und echtem Wohlwollen machte das Format zum Dauerbrenner und ihn selbst zum „Stilpapst“ der Nation. 2014 erhielt „Shopping Queen“ den Deutschen Fernsehpreis als bestes Dokutainment, Kretschmer zudem die Goldene Kamera und die Goldene Henne.
Auch jenseits seiner Paradesendung ist er im Fernsehen gefragt: 2013 und 2014 saß er neben Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Lena Gercke in der Jury von „Das Supertalent“ (RTL). Es folgten Formate wie „Geschickt eingefädelt“, „Guidos Masterclass“ und „Guidos Deko Queen“. Seit 2021 moderiert er zudem „Showtime of my Life – Stars gegen Krebs“, ein Format, das auf die Krebsvorsorge aufmerksam macht und 2021 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Factual Entertainment ausgezeichnet wurde – ein Herzensprojekt, das zu seinem Engagement als Botschafter der DKMS LIFE passt. Als Autor landete er mit seinem ersten Buch „Anziehungskraft – Stil kennt keine Größe“ (2013) einen Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste; es folgten „Eine Bluse macht noch keinen Sommer“ (2014) und das große Nähbuch „Geschickt eingefädelt“ (2015), später der Roman „Das rote Kleid“ (2018) und „19.521 Schritte“ (2023). 2018 brachte er zudem sein eigenes Magazin „Guido“ heraus, bei dem er als Editor-at-Large fungierte, 2021 folgte mit dem Heft „Guidos Deko Queen“ ein zweites Magazin – und seit September 2025 gibt es ihn auch zu hören: mit seinem Podcast „feinstoff“, in dem er wöchentlich mit Gästen aus Medien, Musik, Kultur, Mode und Politik spricht.
Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang: Neben den Fernsehpreisen für „Shopping Queen“ – darunter zweimal die österreichische Romy (2014 und 2015) – erhielt er 2015 den Titel „Krawattenmann des Jahres“, 2019 den Marken-Award als beste Markenpersönlichkeit, 2022 den „YES!Award – Ring of Courage“ für sein Engagement gegen Krebs und 2024 den „Design Icon of the Year“-Award in Wien. 2023 wurde ihm der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen – eine besondere Ehre für den Sohn der westfälischen Provinz, der es mit Nadel und Charme an die Spitze der deutschen Unterhaltungsbranche geschafft hat.
Privatleben: Frank Mutters und das Glück in Hamburg
Privat ist Guido Maria Kretschmer seit Jahrzehnten mit demselben Mann verbunden: Frank Mutters ist sein langjähriger Lebensgefährte – und seit vielen Jahren auch sein Ehemann. Im März 2012 gingen die beiden im Rathaus Schöneberg in Berlin eine eingetragene Partnerschaft ein. Am 8. September 2018 folgte die Hochzeit, mit der sie ihre langjährige Beziehung auch offiziell besiegelten. Kinder hat das Paar keine.
Seit 2021 lebt Kretschmer in Hamburg-Blankenese. Zuvor war Berlin lange seine Heimat – doch das ständige Pendeln wurde ihm irgendwann zu viel; nach einer Nacht, in der er beinahe einen schweren Unfall gehabt hätte, fiel die Entscheidung für den Umzug in den Norden. In einem Interview im Oktober 2026 sprach er offen darüber, dass er Berlin zunehmend als raue Stadt empfindet, seine neue Heimat Hamburg aber sehr liebt – auch wenn ihn der Verkehr dort gelegentlich zur Weißglut bringt. Familie spielt für ihn eine große Rolle: Sein aus Schlesien stammender Vater Erich starb 2023, zu seinen Geschwistern hält er engen Kontakt. Auch abseits der Kameras zeigt er Haltung: Kretschmer ist Botschafter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der DKMS LIFE. Für seinen Podcast „feinstoff“ hat er sich sogar ein eigenes Studio in seinem Haus eingerichtet. Privat wie beruflich gilt für ihn dieselbe Regel wie in seiner Sendung: Stil hat nichts mit Geld zu tun – sondern mit Haltung.
Fazit: Der Stilpapst, den Deutschland liebt
Guido Maria Kretschmer hat einen der ungewöhnlichsten Lebensläufe der deutschen Unterhaltungsbranche: Krankenpfleger, Medizinstudent, Marktverkäufer auf Ibiza, Uniform-Designer für Millionen, Couture-Schöpfer – und schließlich der Mann, dessen Stil-Urteil seit 2012 ein Millionenpublikum verfolgt. „Shopping Queen“ hat ihn zum Star gemacht, doch getragen wird sein Erfolg von etwas anderem: von einem Designer, der Mode nie als elitäres Spiel begriffen hat, sondern als etwas für alle. Genau deshalb wartet ganz Deutschland Woche für Woche auf sein Urteil. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Auch mit über 60 Jahren bleibt Kretschmer präsent – im Fernsehen, in seinem Podcast und überall dort, wo in Deutschland über Stil, Anstand und gutes Aussehen gesprochen wird.
Mehr über deutsche Mode- und TV-Stars und Promi-News gibt es auf Tagzen. Die komplette Karriere im Detail auf Wikipedia.



